03.04.2019: Stürmische Fahrt

Schon beim Frühstücksfernsehen wurde klar, dass dieser Tag etwas ganz besonderes werden wird. Laut Wetterfrosch sollte heute ein Sturmtief den Westen der Insel treffen. Windgeschwindigkeiten bis 90 km/h wurden gemeldet. Die Route meines vierten Tages führte an vielen Küstenabschnitten vorbei und sollte noch einige Überraschungen für mich bereit halten.

Der Weg führte zuerst einmal in Richtung Norden aus Waterville heraus. Nun ging es an einem Golfplatz vorbei in Richtung Cahersiveen. Nach einigen Kilometern biegt links der Skellig Ring ab. Ich glaube der Skellig Ring gehört zwar zum Wild Atlantic Way, jedoch nicht zum Ring of Kerry. Somit muss man schon etwas aufpassen um die Abzweigung nich tzu verpassen. Dieser Abschnitt zählt für mich zu den schönsten Abschnitten im Südwesten Irlands. Hier geht es nun zuerst einmal westwärts nach Ballinskellig. Hier gibt es einen wunderschönen Strand, sowie ein Burgruine. Außerdem kann man von hier aus mit einem Boot zu den berühmten Skelligs aufbrechen. Little Skellig und Skellig Michael sind weltberühmt und das nicht erst seit dem Star-Wars-Hype. Da heute Sturm gemeldet war fuhren keine Schiffe zu den Skelligs, also konnte ich Ballinskellig links liegen lassen. Der Eingang zum Strand liegt an einer Kreuzung. Links geht es zum Strand, gerade aus nach Ballinskellig. Ich bog rechts ab und folgte dem Weg hinauf zum Coomanaspig Pass. Zuvor passiert man noch einen Abschnitt mit einer wunderbaren Blick auf Bolus Head und die St. Finans Bay.

Blick auf die Skelligs von Bolus Head auf der Ballinskellig-Halbinsel, Co. Kerry.

Nun geht es in engen Serpentinen auf einer noch engeren Straße hinauf zum Coomanaspig Pass. Hier oben weht eigentlich immer ein strenges Lüftchen. Aber man hat einen schönen Blick auf Valentia Island im Norden und die Iveragh-Halbinsel im Süden. Auch kann man bei schönem Wetter die Skelligs, wenn auch nur sehr weit entfernt, sehen. So wie es hier hinauf ging, geht es nun auch wieder hinunter. Der Vorteil ist nur, dass man die Straße sehr gut einsehen kann und sich schon einmal auf Gegenverkehr vorbereiten kann. Wenn man den Abstieg geschafft hat warten auf der linken Seite die Kerry Cliffs. Nach links auf einen Parkplatz abbiegen, den Eintritt bezahlen und nach ein paar Metern Fußmarsch die phantastische Aussicht auf diese wunderschönen Klippen genießen.

Mächtig und wunderschön, die Kerry Cliffs bei Portmagee, Co. Kerry.

Von hier aus führt der Weg nun weiter nach Norden nach Portmagee. Hier gehen vom Hafen Boot zu den Skelligs. Auch kann man über eine Brücke auf Valentia Island fahren. Am Ende der Brücke gibt es eine kleine Skellig Experience, wo man die Geschichte der Skelligs erfahren kann. Etwas weiter führt nun der Weg nach Westen zum Bray Head View. Hier hat man einen tollen Ausblick auf nach Süden. Wer möchte kann hier parken und sich den etwas längeren Weg zum Bray Head antun. Da ich genug mit dem Wind zu kämpfen hatte, blieb ich nur auf dem Parkplatz und genoss die Aussicht. Nun ging es wieder etwas zurück. Aber anstatt nach rechts zur Brücke zurück zu fahren, fuhr ich gerade aus in Richtung Osten. Die Straße führt auf einer Anhöhe am Nordhang in Richtung Osten. Nach einigen Kilometern geht es links zu den Geokaun Mountains. Der Aussichtspunkt bietet einem eine phantastische Aussicht über die Insel und die nähere Umgebung. Danach geht es weiter zum Valentia Island Lighthouse. Dieser Leuchtturm ist über eine schmale Straße erreichbar. Dafür gibt es in einem gemütlichen Cafe, Tee und Kuchen und im Leuchtturm einen weiteren Ausblick zum genießen.

Blick vom Skellig Experience Center nach Südosten auf die Iveragh-Halbinsel, Portmagee, Co. Kerry.
Blick auf die Foilhommerum Bay von Valentia Island nach Süden.

Vom Leutturm auf Valentia Island ist es nicht mehr weit nach Knightstown. Von hier aus kann man mit einer Fähre auf die Hauptinsel zurückfahren und weiter auf der offiziellen Route fahren. Da heute wegen der Sturmwarnung die Fähre ihren Betrieb eingestellt hat, musste ich an der Südküste der Insel zurück nach Portmagee fahren. Von hier aus ging es dann weiter nach Cahersiveen und dann Richtung Osten. Kurz vor Cahersiveen mündete der Weg wieder auf die N70. Nach Cahersiveen führt der Weg zuerst im Landesinneren weiter. Nach einer Weile geht es dann zurück an die Küste. Beim Ort Kells kommt eine Abzweigung nach links und führt zur Kells Bay, einem weiteren Aussichtspunkt auf der Iveragh-Halbinsel. Zurück auf der Hauptroute kommt nach einigen Kilometern der Aussichtspunkt „Mountain Stage“. Hier stehen im Normalfall unzählige Busse und ermöglichen den Reisenden einen besonderen Ausblick auf die Castlemaine Bucht und die benachbarte Dingle-Halbinsel. Heute steht nur ein Buss hier und ein paar spanische Touristen fotografieren bei starkem Wind nur wenig. Hinter Mountain Sage geht es nach Rossbeigh Beach. Dieser Strand verläuft in die Bucht hinein und scheint den auf dem Gegenufer liegenden Inch Strand beinahe zu berühren. Nun geht die Route weiter nach Killorglin und Castlemaine. Hier biegt der Weg links ab auf die Dingle-Halbinsel und man fährt auf einer geraden Straße bis zum Inch Strand. Dieser Strand ist sehr weit und ein sehr beliebter Ausflugsort. Das Wetter hat aufgeklart und die Temperaturen schienen zu steigen, doch der starke Wind machte das Fahren anstrengend.

Blick auf die Dingle-Halbinsel von Mountain Stage über die Castlemaine Bay, Co. Kerry.
Einfahrt zum Inch Strand, im Hintergrund die Iveragh-Halbinsel.

Nun geht es fernab des Ufers ins Innere der Halbinsel nach Anascaul, von wo aus eine gut ausgebaute Nationalstraße direkt nach Dingle führt. Zuvor begrüßt einen wieder das Schild eines Gaeltacht. Dingle ist ein wunderbarer Ausgangspunkt um die gleichnamige Halbinsel zu erkunden. Aber auch der Ort um Irlands berühmtesten Delfin zu besuchen. In der Bucht des Hafens lebt seit vielen Jahren der Tümler „Fungie“. Fährt man an der Hafenpromenade entlang, begegnet man dem Delfin auf jedem Schild. Fungie ist ein richtiger Wirtschaftsfaktor. Viele Bootsbetreiber bieten Fahrten im Hafen an um den berühmten Bürger des Ortes zu sehen. Westlich von Dingle liegt am Ende der Halbinsel Slea Head. Dieses Gaeltacht ist landschaftlich sehr zu empfehlen und bietet mit dem Slea Head Drive einen Rundweg um die Halbinsel.Nach Dingle führt der Weg nach links in Richtung Ventry. Da hier alle Ortsangaben und Straßenschilder fast nur auf Irisch angegeben sind, ist etwas Vorsicht geboten. Aber der Weg ist sehr gut ausgeschildert, so dass es keine größeren Komplikationen geben sollte. Der Slea Head Drive bietet den Besuch vieler prähistorischer Steinforts und Behausungen, die am Wegesrand liegen. Die Straße führt in einiger Höhe direkt am Ufer entlang und es hat schon etwas Mediterranes, wenn man auf das Meer schaut. Da die Straßen sehr eng und kurvig sind, weiß man nie, was einem hinter der nächsten Kurve erwartet. Auf diesem Weg sind sehr viele Busse unterwegs und machen das Fahren zu einem besonderen Erlebnis. Des Weiteren gibt es fast an jeder Kurve einen Aussichtspunkt. Und jeder bietet noch spektakulärere Aussichten als der vorherige. Das Wetter ist sonnig und da die Straße am Südufer der Halbinsel entlangführt, merkt man auch nichts vom kräftigen Nordwind. Absolutes Highlight auf dieser Strecke ist der Slea Head Aussichtspunkt. Von hier aus kann man zur Great Blasket Island hinübersehen. Danach kommt Coumeenoole Bay. Dies ist ein wunderbarer Ort um sich eine Pause zu können. Auch kann man von hier aus zum Blasket Sound laufen und die ganze Aussicht genießen. Da die Straße nach Slea Head an der Westküste entlang führt, war nun der Wind wieder spürbar.

Eine Skulptur des Delfins Fungie am Hafen von Dingle, Co. Kerry

Vom folgenden Dunquin Pier führen Boote auf die Blasket Island wo man ein Paradies für Wanderer vorfindet. Als nächster Aussichtspunkt kommt Clogher Head. In einer Parkbucht kann man das Fahrzeug stehen lassen und entweder auf einer Anhöhe die Aussicht auf die Blasket Islands bewundern, oder aber man bleibt am Parkplatz und bestaunt die nicht weniger beeindruckende Aussicht auf den nördlichen Teil der Dingle Halbinsel. Clogher Beach, Sybil Point, Three Sisters und Mount Brandon kann man von hieraus bestaunen. Leider war bei meiner Ankunft der Wind zu einem Sturm herangewachsen und es war fast nicht möglich vom Motorrad zu steigen.

Blick auf Blasket Sound und die Blasket Islands.
Blick von Clogher Head nach Norden auf Mount Brandon und Three Sisters.

Nun geht die Tour nach Nordosten in die Halbinsel hinein und führt an vielen der bekannten Töpfereien vorbei. Hier gibt es viele Sehenswürdigkeiten zu sehen, wie Smerwick Harbour, Reask Monastery, Wine Strand, sowie das Gallarus Oratory. Das frühchristliche Bauwerk gilt als das am besten erhaltene Gebäude Irlands aus dieser Zeit. Auf diesem Abschnitt kämpfe ich mit einem Seitenwind von etwa 100 km/h von links kommend und es war schon etwas befremdlich in Seitenlage geradeaus zu fahren. Nach einer Kurve geht es nach Norden zum Dooneen Pier, wo man einen weiteren wunderbaren Ausblick auf die Bucht hat. Gleich danach führt der Weg erst nach Osten und dann weiter nach Süden zurück nach Dingle, wo diese Tour für mich mit einem guten Essen und ein kühles Pint Guinness endete.

Bei Sturm ging es am vierten Tag von Waterville nach Dingle. Die Tour ging über 218 Kilometer.