04.04.2019: Über den Shannon

Nach einer etwas stürmischen Nacht, ging es am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein weiter in Richtung Norden. Gleich im ersten Kreisel geht es rechts ab in Richtung Conor Pass, der höchsten irischen Passstraße. Leider konnte ich die kurvige Strecke zwar sehr gut genießen, da aber die Strecke teilweise durch dichtesten Nebel führte, konnte ich nicht unbedingt viel sehen. Auch oben angekommen, konnte man den berühmten Ausblick nur durch einen Nebelschleier erahnen. Die Straße zum Conor-Pass ist sehr eng und teilweise direkt am Felsen gebaut. Aus diesem Grund sieht man schon gleich nach dem Ortsausgang von Dingle viele Hinweisschilder, die die Passage von Fahrzeugen mit mehr als 1,80m untersagen. Jedoch interessiert das nur die Einheimischen, denn die Touristen fahren schon mal mit einem Wohnmobil hinauf und sorgen dann für ein mittelgroßes Chaos.

Blick aus dem Hotelfenster in Dingle nach Westen.

Fährt man nun die Straße in Richtung Norden hinunter kommt man bald an eine Abzweigung zum Brandon Point. Nach etwa sieben Kilometern kommt man auf einem Parkplatz an, von dem man einen wunderbaren Blick auf die Brandon Bay hat. Auch kann man von hier aus wunderbare Wanderrouten beginnen. Als ich hier ankam hatte ich einen wunderbaren Ausblick. Mein Motorrad wurde schnell von den Schafen, die gerade von der Wiese weggeführt werden sollten umringt, und so musste ich warten, bis ich meine Fahrt fortsetzen konnte.

Zurück auf der Hauptstraße, die in Richtung Tralee führte, bog ich noch zum Fermoyle Strand ab. Diesen wunderschöne Strand konnte ich schon auf der Rückfahrt vom Brandon Point bewundern, so musste ich mich hier nun nicht so lange aufhalten. Und schon bald ging es weiter nach Castlegregory. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf die kilometer langen Sandstrände an der Brandon Bay und der Tralee Bay. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es nun über die Nationalstraße weiter nach Tralee, wo ich mir meine nächsten Stempel für meinen Pass abholen konnte. Die Touristen-Information liegt mitten in der Stadt und nach den langen Fahrten auf einsamen Straßen, kam mir Tralee wie eine Millionen-Metropole vor. Hier gab es eine richtige Rush-Hour. Doch schon wenige Kilometer aus Tralee hinaus, war die Szenerie wieder entspannt und gelassen. Die Route führte nun nach Westen zu Fenit Beach. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Tralee Bay und die Dingle Halbinsel. Auch gibt es hier, wie der Name schon sagt einen sehr beliebten Strand.

Blick von Fenit Beach auf die Dingle Halbinsel im Süden.

War das Meer doch in den letzten Tagen mein treuer Begleiter, trennten sich nun unsere Wege. Die Route führte nun ins Landesinnere und man passierte nun nur Wiesen und Felder bis nach Ardfert. Von hier aus ging es auf der Regionalstraße nach Ballyheigue, jedoch nicht bevor ich am Banna Beach, dem schönsten Strand Irlands – wie einige behaupten – einen kurzen Stop eingelegt hatte. In Ballyheigue kann man dann die Ausläufer des Banna Strandes sehen, denn der Küstenstreifen mit seinen etwa 10 Kilometer langen Sandstränden zieht sich bis hierher. Der Weg schlägt nun wieder die Richtung zum Meer ein. Jedoch ist auch hier das Meer meistens so weit entfernt, dass man es nur in der Ferne sehen kann. Die Tour macht einen Bogen über die Halbinsel und führt dann in Richtung Ballybunnion.

Blick vom Banna Beach nach Süden. Im Hintergrund die Dingle Halbinsel
Blick auf den Strand von Ballybunnion.

Hier gibt es zwei wunderschöne Strände, von denen allerdings nur einer zugänglich ist. Am Ballybunnion Castle hat man einen Punkt erreicht, wo man einmal so richtig von der Fahrt ausruhen kann. Auf der einen Seite des Strandes sieht man die Burg und zugleich auf der anderen Seite die Strandbucht. Etwa zwei Kilometer weiter kommt man zu den Bromore Cliffs. Eine atemberaubende Landschaft. Leider ist der Parkplatz kostenpflichtig und man muss einige Meter laufen um vom Wiesenrand direkt auf die Klippen zu sehen. Ich ließ die Klippen links liegen und begab mich direkt nach Tarbert auf die Fähre über den Shannon. Die Fähre verkehrt in einem Stunden-Rhythmus (immer Sommer halbstündig), so musste ich noch etwas warten, bis ich auf die Fähre kam. Unterdessen brauten sich schon wieder ein paar dunkle Regenwolken zusammen. Die Überfahrt war etwas holprig und ich blieb die ganze Zeit an meinem Motorrad. Nach etwa 20 Minuten war ich im County Clare, besser gesagt in Killimer angekommen.

Blick vom Südufer auf die Shannon-Mündung in Richtung Norden.

Nun begann es wieder zu regnen. Den ganzen Tag hielt sich das Wetter einiger maßen trocken und nun öffneten sich die Schleusen des Himmels. Ich fuhr sofort auf der offiziellen Route entlang und wollte nur noch nach Kilrush in eine geeignete Unterkunft. Leider war der Ort durch Baustellen ziemlich zerstückelt worden und so konnte ich kein einziges Hotel oder B&B finden. Ich nahm die Nationalstraße, die mich auf dem Wild Atlantic Way weiter führen sollte und machte auch hier schnell Bekanntschaft mit den Umleitungen. Doch damit nicht genug, der einen Umleitung folgte eine weitere und auf dieser Umleitung gab es nun ebenfalls eine Umleitung. So fuhr ich etwa eine Stunde lang auf der Loop Head Halbinsel herum ohne irgendwie näher an ein Ziel zu kommen. Der nächste Ort war Carrigaholt, von wo aus die Delfin Sichtungsboote ablegten. Doch bei diesem Wetter war daran nicht zu denken. Ich machte kehrt und fuhr nach Kilkee, wo ich dann ein gemütliches Hotel fand und dort eincheckte. Nun wurde auch das Wetter wieder besser und nach einer warmen Dusche und etwas Gutes zum Abendessen, ging ich am Hafen noch etwas spazieren.

Blick vom Hotel auf die Bucht von Kilkee.
Die heutige Route war etwa 230 Kilometer lang dauerte etwas mehr als 7 Stunden und 30 Minuten.