10.04.2019 Berge und Klippen Donegals

Nach einer entspannenden Nacht auf der Mullaghmore Halbinsel ging es nach dem obligatorischen Frühstück zurück auf die Nationalstraße, die Sligo mit Donegal verbindet. Auf dieser gut ausgebauten Straße kann man, nach den kleinen Gässchen der letzten Tage in einen wahren Geschwindigkeitsrausch verfallen. Und so kann es schon gut passieren, dass man das vorlatze County, welches am Wild Altantic Way liegt, fast nicht beachtet. Denn irgendwann kommt ein kleines Schild am Straßenrand, welches den Besucher im County Leitrim begrüßt.

Da Leitrim allerdings mit etwa 7 Kilometer Atlantikküste nur einen kleinen Zugang zum Meer hat, sieht man schon kurz nach dem ersten Schild ein Zweites, welches Einen schon in Donegal begrüßt. Hier wird die Straße noch breiter und kurz vor Bundoran, einem beschaulichen Strandbad im Süden Donegals geht es durch den Ort um am Ende des Selbigen links zum Tullan Strand abzubiegen. Hier kann man die berühmten „Fairy Bridges“ bestaunen. Eine Felsformation, die durch die stete Brandung ausgewaschen wurde. Jedoch ist das feste Gestein am Boden noch intakt und so entstehen kleine Brücken, über die man hinüber gehen kann, während unter einem das Meer tobt. Da ich schon öfters hier war, beachtete ich dieses wunderbare Kleinod nicht weiter und begab mich in Richtung der Hauptstadt des letzten County auf meiner Reise. Die gleichnamige Stadt Donegal.

Nach einigen Kilometern kam ich zuerst in Ballyshannon an, einer kleinen Stadt mit einer schönen Kirche und einer noch schöneren Brücke, die über den Erne Fluß führt. Nach dem Ort bog die Route wieder auf kleinere Straßen ab und schon bald erreichte ich Ross Beach. Hier hat man einenn tollen Blick auf die komplette Donegal Bay. Ein wahres Paradies für Surfer. Da die Bedingungen für das Surfen an diesem Tag perfekt waren, war der gesamte Parkplatz am Strand mit Surfer und ihren Kleinbussen belegt. Nach einer kleinen Pause ging es zurück in Richtung Norden.

Wieder zurück asuf der Nationalstraße, ging es nach wenigen Minuten wieder links ab zum Murvagh Beach. Einer Halbinsel, die gerade nach Norden in die Donegal Bay hineinreicht und einem mit seinem kilometerlangen Strand eine wunderbare Auszeit gestattet. Von hier aus war es nur noch eine kurze Distanz, bis ich die Hauptstadt dieses Counties erreichen konnte, Donegal. Schon am Ortseingang verwies ein Hinweisschild auf die Touristeninformation, wo ich meine letzten Stempel für meinen „Wild Atlantic Way Passport“ abholen konnte. Danach ging es quer durch die Stadt, um dann an der Nordküste der Donegal Bay entlang in Richtung Killibegs zu fahren. Zuvor machte ich aber einen Abstecher an den Mountcharles Pier. Hierzu fuhr ich eine kleine Küstenstraße zum Pier und überholte dabei unzählige Jogger des fortgeschrittenen Alters. Am Pier angekommen konnte ich die Ruhe und die Aussicht auf die Donegal Bay genießen. Zurück auf der Hauptstraße zweigte die nach einigen Kilometern in Richtung Ardara ab. Ich blieb auf der Regionalstraße nach Killibegs. Dieser Ort ist einer der größten Fischereihäfen Irlands, was man auch schon bei Hineinfahren in den Ort unverkennbar riechen konnte. In den Häfen lagen Fischkutter von verschiedenen Größen und am Ortsausgang lag die Verarbeitende Industrie. Von hier aus führte die Route ins Landesinnere nach Westen und nach wenigen Augenblicken kam ich in Fintra Beach an.

Blick auf den Strand der Fintragh Bay im County Donegal.

Dieser Strand lädt zu stundenlangen Spaziergängen ein und gibt einem die Möglichkeit etwas abzuschalten. Nach einer kurzen Pause ging es zurück auf die Strecke. Die Straße bog nochmals von der Hauptstraße ab und nun fuhr ich auf einem etwas breiteren Feldweg entlang der Küste und konnte die wunderbare Aussicht auf die Donegal Bay genießen. Die Straße führte in leichten Kurven an den Hängen der Hügel entlang und ging dabei auf und ab. Nach einiger Zeit kam ich an einen Aussichtspunkt, der einen Ausblick auf Muckross Head bot. Schon wieder ein Platz zum Verweilen.

Blick von Muckross Head auf die Bucht. Im Hintergrund die Donegal Bay.

Ich fuhr jedoch gleich weiter und kam nach wenigen Kilometern zurück auf die Regionalstraße, die in einen Ort mit dem Namen Carrick führte. Kaum im Ort angekommen zweigte die Route in Richtung Süden ab. Nun ging es wieder auf einer Küstenstraße entlang der Westküste einer Bucht, an deren Ostufer ich noch vor wenigen Minuten gefahren bin. Immer wieder blickte ich kurz auf die andere Uferseite und verpasste dabei komplett die Abbiegung zu einem der Highlights auf dieser Strecke. Ein weiterer der 15 Signature Points sollte heute auf dem Programm stehen. Slieve League, auf Irisch Sliabh Liag.

Blick von der Aussichtsplattform auf die Klippen. Dabei sind die höchten Klippen rechts vom Bild.

Ich fuhr ein kurzes Stück zurück und bog dann in Richtung Straße zum Parkplatz ein. Die Straße führte nun über leichte Windungen hinauf zu einem Parkplatz, der durch ein Gitter die Straße abtrennte. Ich parkte hier und lief den Rest zu Fuß. Vier lange Kilometer entlang einer wahnsinnigen Aussicht kam ich nach etwa einer Stunde am oberen Parkplatz an. Hier standen einieg Autos und auch ein paar Motorräder. Auf der Aussichtsplattform genoß ich den Anblick der mit am höchsten Klippen Europas. Hier fallen die Felsen mit über 600 Meter steil ins Meer ab. Nachdem ich mich hier etwas ausgeruht hatte ging es auf den Rückweg. Nach etwa 45 Minuten – bergab geht es deutlich schneller – fuhr ich vom Parkplatz weg und war nach etwa einer viertel Stunde wieder in Carrick. Dort ging es nun zuerst weiter in Richtung Westen um etwas später auf eine kleine Straße abzubiegen, die mich um die Hügel von Slieve League herum nach Süden führte. Durch karge Felsenlandschaft bahnte sich die Straße später durch grüne Wiesen, die am Ufer lagen. Nach einiger Zeit kam ich an einem Parkplatz an und konnte die Aussicht auf einen weiteren phantastischen Strand genießen. Der Silver Strand von Malin Beg.

Blick von Malinbeg auf den Silver Strand.

Nach einer kurzen Pause, eigentlich nur um ein Foto zu machen, ging es erst auf dem gleichen Weg zurück und zweigte später nach Norden ab, wo es dann nach Glenkolumbcille ging. Dieses, mitten in einem Tal liegende, verträumte Dorf hat ein historisches Museumsdorf, wo man sich einen Eindruck davon machen kann, wie die Iren vor hunderten von Jahren gelebt haben. Ich fuhr jedoch weiter und beschloss hier ein anderes Mal hinzufahren. Nun ging es wieder in leichten Kurven hinauf auf die Hügel Süd-Donegals und ich erreichte nach einigen Stunden den Parkplatz des Glengesh Passes. Da es schon langsam Nachmittag wurde, machte ich nur schnell eine Aufnahme und fuhr nun in einigen Serpentinen die Straße hinunter in Richtung Ardara, wo mein heutiges Ziel der Tour liegen sollte.

Blick vom Glengesh Pass nach Norden.

In Ardara angekommen bemerkte ich schnell, dass auch hier sehr viel gebaut wird und der Ort, und somit auch mein Hotel, nur schwer zu finden war. Oder besser gesagt ich fand mein Hotel überhaupt nicht. So fuhr ich weiter auf der Regionalstraße nach Norden und erreichte noch ein paar schöne Aussichtspunkte wie Portnoo und schöne Orte wie Dungloe.

Blick vom Parkplatz des Viking House Hotel auf die Landschaft um Kincasslagh.

Gegen 17 Uhr fuhr ich dann durch die mit Seen durchzogene Landschaft, die sich The Rosses nennt und entdeckte am Straßenrand ein kleines Hotel in dem ich meine Tagesetappe abschloss.

Die Tour des Tages war etwas länger wie auf dem Video angegeben, da ich vergessen hatte meine GPS-Aufzeichnung zu starten. So geht die Tour hier nun bis Ardara.