11.04.2019: Im Norden Donegals

Der Tag begann etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sonne hüllte „The Rosses“, eine mit Seen durchzogene Landschaft im Nordwesten Donegals, in ein ganz besonderes Licht und verwandelte den Anblick in eine magische Landschaft. Beim Frühstück gab es dann einmal etwas anders als „Full-Irish“. Frisch geräucherter Lachs ist morgens um 8 Uhr schon etwas für harte Kerle. An den strengen, intensiven Räuchergeschmack konnte sich mein Gaumen nur schwer gewöhnen.

Nach dem Frühstück ging es nun weiter in Richtung Norden. Auf der gewundenen Nebenstraße querte ich immer wieder viele große Felsen, die in einfach durchbrochen wurden und die Straße führte genau zwischendurch. Nach einigen Kilometern zweigte der Weg links ab und ich kam zu einem der am „schönsten gelegenen Flughäfen der Welt“. Donegal Airport firmiert jedenfalls so und in der Tat liegt der Flughafen auf einer Landenge, die sich im Norden zu einer Landzunge erweitert. Westlich vom Flughafen liegt Carrickfinn Beach.

Blick vom Parkplatz des Hotel auf die Landschaft um Kincasslagh.

Zurück auf der Hauptroute ging es nun nur kurz auf der Nationalstraße entlang. Da kam ein Schild, das auf ein ganz besonders Lokal aufmerksam machte, „Leo’s Tavern“. Mitten in der wilden Landschaft von Donegal, zweigt von der Nationalstraße ein kleiner, meistens unbefestigter Weg nach Links ab und führt einen zum bekanntesten Ort irischer Musikgeschichte. Genau hier wurden Enya und Clannad bekannt. Von Außen recht unscheinbar fahre ich vorbei und folge dem nun einem Weg, der fast schon Off-Road-Charakter hat, wieder auf die Hauptstraße. Aber nur um kurz danach wieder nach links abzubiegen. Hier kommt man zu einem wunderschön gelegenen Hafen in dem beschaulichen Ort Bunbeg. Dieser Hafen liegt in einer kleinen Lagune und ist vom offenen Meer komplett abgeschottet. Von hier aus kann man bei gutem Wetter nach Tory Island übersetzen. Jedoch nicht an diesem trüben Morgen.

Panorama auf die Küste der Bloody Foreland, Knockfola, Co. Donegal

Nachdem ich wieder auf der Hauptstraße war folgte ich nun der Küste weiter nach NOrden und erreichte bald den Aussichtspunkt der „Bloody Forelands“. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf den Atlantik und auf Tory Island. An diesem Tage wehte hier allerdings ein sehr steifer Wind, so dass ich beschloss, hier nur kurz zu verweilen. Weiter ging es nun ich Richtung Osten, am Hafen vom Magheroarty konnte man einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Halbinsel genießen, während man am Strand spazieren geht.

Blick vom Parkplatz des Magheraroarty Beach nach Nordosten auf die vorgelagerte Halbinsel.

Weiter ging es am Ufer des Loch Altan entlang. Dieser See ist durch eine kleine Öffnung mit dem Meer verbunden und bietet am Nordufer mit die schönsten Strände Irlands. In der Nähe von Gortahork ging die Reise wieder auf der Nationalstraße weiter. Die Landschaft ist hier schon sehr hügelig und die Landstraße bahnt sich ihren Weg durch ein breites Tal welches in einiger Entfernung von Hügelketten begrenzt wird. Nach einiger Zeit, kurz vor Dunfanaghy zweigt die Route nach links auf den Horn Head Rundweg ab. Zuerst fährt man entlang des Westufers der Bucht, bevor es dann links auf eine Halbinsel zum Aussichtspunkt von Horn Head kommt. Ma umrundet die Halbinsel im Uhrzeigersinn und kann auf der Südseite auf die Bucht und auf Dunfanaghy blicken, bevor es den Weg zurück in den Ort geht.

Blick vom Horn Head Viewpoint nach Westen auf Horn Head.

Dunfanaghy ist ein richtiger Tourismusmagnet. Auf der Hauptstraße halten unzählige Busse – an diesem Tag waren es Busse mit englischen Nummerschildern – und die Fahrt durch den Ort endet mit einer Pause an der Promenade. Hier kann man am Südufer der Bucht flanieren und die herrliche Landschaft genießen. Der richtige Punkt für eine kurze Unterbrechung. Doch schon nach kurzer Pause störten mich die Massen an Touristen und so fuhr ich weiter, nicht weit hinter Dunfanaghy biegt die Route nach links ab und man kommt über eine kleine und enge Straße zum Marble Hill Beach, einem weiteren Touristenmagneten. Im Gegensatz zum Ort, war hier aber nun so wenig los, dass ich beschloss mir im ansässigen kleinen Strandcafe einen Kaffee zu gönnen. Die Wolkendecke riss immer wieder auf und so entstanden zeitweise merkwürdige und surreale Lichtstimmungen.

Blick von der Hauptstraße auf die Promenade von Dunfanaghy.
Blick auf den Strand von Marble Hill.

Nach der Kaffeepause fuhr ich zuerst zurück auf die Hauptstraße und folgte dieser dann weiter in Richtung Osten. Die Landschaft war nun richtig hügelig und die Straße wurde sehr kurvig. Genau das Richtige zum Motorradfahren. Zwischen den kleinen Hügeln, die hauptsächlich mit Erika bewachsensind, spitzelte immer wieder einmal der Atlantik in der Sheephaven Bay durch. An einem Aussichtspunkt konnte man dann auch einen Blick auf Doe Castle nehmen. Ich fuhr aber lieber auf der schön gewundenen Straße weiter in Richtung Tagesziel.

Hinter der hügeligen Landschaft befand sich nun ein Flachland, welches sich bis zur Rossguill Halbinsel erstreckte. Immer wieder durchquerte die Landstraße nach Carrickart die Wiesen und Heidelandschaft. Kurz vor Carrickart bog mein Weg nach Links nach Downings ab. Hier war die Landschaft so flach dass man ohne Probleme vom einem Ende der Halbinsel zur anderen Seite schauen konnte. Immer wieder führte die Straße nun durch riesige Grasfelder, und am Weststrand erhob sich ein Golfressort. In Downings angekommen, checkte ich im dortigen Hotel ein und machte noch gleich eine Tour um die Halbinsel herum. Da das Wetter sich allerdings zu zog, beschloss ich am nächsten Morgen die Tour nochmals zu machen.

Die Route durch die Northern Headlands dauerte über vier Stunden und war 128 Kilometer lang.